Sonntag, 7. August 2016

Wohnungssuche in London

Ihr habt das erste Jahr in UCL-Wohnheimen überstanden? Glückwunsch! Das lässt allerdings immer noch die Frage offen, wo ihr im zweiten Jahr unterkommen sollt. In London funktioniert das mit der Wohnungssuche sehr, SEHR anders als in Deutschland; daran musste ich mich erstmal gewöhnen.

Grob gesagt habt ihr diverse Möglichkeiten:

1) Euch hat es im UCL-Wohnheim so gut gefallen, dass ihr direkt noch ein zweites Jahr bleiben wollt. Entweder liebt ihr es, euch mit wildfremden, mehr oder weniger ordentlichen und sauberen Personen eine Wohnung zu teilen, oder ihr könnt nicht genug von dem tollen Essen bekommen (immer alles frittiert, und davon reichlich). Wie dem auch sei, es gibt die Möglichkeit, sich auch im zweiten Jahr um einen Wohnheimplatz zu bewerben. Diese Bewerbung wird allerdings nur dann berücksichtigt, wenn alle Erstis untergebracht und trotzdem noch Plätze zu vergeben sind. Die Chancen, dass das klappt, sind also entsprechend gering. In eurer Bewerbung müsst ihr begründen, warum ihr noch für ein zweites Jahr einen Wohnplatz erhalten solltet. Weiß der Teufel, was genau als Grund ausreichend würde - für mich hat das jedenfalls nicht geklappt und ich musste mich nach einer anderen Möglichkeit umschauen.

1b) In den meisten Wohnheimen gibt es eine Art studentisches Komittee, welches für das Wohnheim Freizeitaktivitäten organisiert und für alle eure Belange Ansprechpartner ist. Wer sich so engagiert, bekommt häufig auch in seinem zweiten Jahr einen Platz.

2) Privates Wohnheim. Die UCL veröffentlicht jedes Jahr eine Liste mit Wohnheimen privater Träger, für die man sich entweder ebenfalls bewerben muss oder aber einfach einen Platz buchen kann. Eine gute Lösung für diejenigen, die nicht auch noch ein zweites Jahr die horrenden Preise der UCL-Wohnheime zahlen können, denn viele dieser privaten Wohnheime sind erheblich billiger. Mietpreise kann man in aller Regel auf der Internetseite einsehen. Daran habe ich eine Vorauswahl getroffen und habe mir anschließend meine Favoriten angeschaut. Geworden ist es schließlich ein Wohnheim im Norden Londons, bei dem man einfach durch Zahlung der Kaution für ein Jahr einen Platz buchen konnte. Für mich war das eine gute Lösung, weil ich mich nicht getraut hätte, mich mit einem privaten Vermieter rumzuschlagen (und Mieter in England nicht besonders viele Rechte zu haben scheinen), ich wusste, wo ich das ganze Jahr über leben würde, und der Vertrag eine Laufzeit von 40 Wochen hatte - also konnte ich einfach gehen, sobald die Prüfungen vorbei waren, ohne den Sommer über auf horrenden Mietkosten zu sitzen oder den Vermieter anbetteln zu müssen, dass er einen Untermieter akzeptiert.
Für zwei weitere Wohnheime habe ich mich auch "beworben" - eines hatte aufgrund großer Nachfrage (weil es für Londoner Verhältnisse wirklich spottbillig war) eine lange Warteliste, und das andere war, nun ja, einfach merkwürdig und wollte ein persönliches Gespräch führen, um mich kennen zu lernen - meine Nachfrage, ob es nicht sinnvoller wäre, wenn ich meine zukünftigen Mitbewohner kennen lerne, statt den Hausbesitzer, der sowieso nicht da ist, konnte man nicht beantworten. Außerdem sollte ich Kaution zahlen, eine Bürgschaft meiner Eltern vorlegen und (weil ich ja aus dem Ausland komme) die Miete für ein Jahr im Voraus zahlen. Warum und wofür meine Eltern dann noch bürgen sollten - wer weiß ;)

3) Wohnungssuche auf dem freien Markt. In London ist es tatsächlich üblich, etwa eine Woche vor dem gewünschten Umzugstermin eine neue Bleibe zu suchen. Freunde von mir sollten am 13. Juni umziehen und haben am 1. Juni eine Wohnung besichtigt - um sich anzuhören, sie seien doch viel zu früh dran. An diesen Gedanken konnte ich mich überhaupt nicht gewöhnen: Einfach Mitte September wieder nach London zu kommen, ohne eine Ahnung zu haben, wo ich unterkommen würde.
Auf jeden Fall muss man für die Suche vor Ort sein. Besichtigungstermine werden sehr schnell vereinbart, und offenbar ist es auch keine Seltenheit, dass eine Vertragsschließung per Handschlag erfolgt - eine Wohnung habe ich mit Freunden angeschaut, und hätte wir sie haben wollen, hätten wir noch am selben Abend (es war 20 Uhr) pro Person eine Kaution von £200 überweisen sollen. Ohne ein Schriftstück in der Hand zuhaben. Und solche Aktionen müssen offenbar nicht mal zwangsläufig Betrug sein; ich habe von mehreren Personen gehört, die derartig unter Druck gesetzt wurden, aber am Ende wenigstens die Wohnung hatten.
Außerdem muss man sehr genau darauf achten, was in Verträgen steht. Offenbar können Vermieter einfach alles vorschreiben, wie es ihnen gerade beliebt - so kann man auch mal für einen Übernachtungsgast £100 pro Nacht zahlen. Das Schlimme ist, dass Vermieter trotz derartiger Konditionen trotzdem immer noch eine verzweifelte Person finden werden, die die Wohnung trotzdem mietet. Versucht einfach, euch so viele Wohnungen wie möglich anzuschauen, um ein bisschen Auswahl zu haben - und nicht aus Not so etwas akzeptieren zu müssen.
Es hilft außerdem sehr, in einer Gruppe von drei oder vier Personen eine Wohnung zu suchen. Dass man als Einzelperson in eine schon bestehende WG einzieht, kommt so gut wie gar nicht vor. Die meisten Mietverträge laufen ein Jahr, und danach sucht sich entweder die ganze Gruppe eine neue Wohnung oder verlängert den Vertrag. Das ist natürlich sehr viel angenehmer, als alleine in eine schon bestehende Gruppe zu kommen...

Viel mehr lässt sich dazu eigentlich nicht sagen, außer: Viel Glück!

Montag, 17. August 2015

Reisen nach London

Ist ein Abenteuer; und man braucht gute Nerven :P

Für die Reise nach London gibt es diverse Möglichkeiten. Die einfachste und schnellste ist sicherlich Fliegen. Mittlerweile gibt es auch diverse Fernbuslinien, die euch irgendwo in Deutschland aufsammeln und mit gefühlt hunderten von Zwischenstops nach London bringen, aber damit ist man auch mal gut 14 Stunden unterwegs. Für den ersten Weg nach London braucht man so ein Erlebnis vielleicht nicht unbedingt ;)

Grundsätzlich hat London sechs Flughäfen: Stansted, Gatwick, Heathrow, Luton, City und Southend. Von all diesen Flughäfen wird behauptet, sie würden in "London" liegen. Tatsächlich zählen sie wohl zum Großraum London - warum, ist aber nicht unbedingt ersichtlich, weil man von den meisten aus noch erhebliche Strecken zurücklegen muss, bis man tatsächlich in der Innenstadt ist.
Selbst kennen gelernt habe ich schon Heathrow, Luton und Stansted.
Heathrow ist von allen Flughäfen der Größte, und deswegen vermutlich auch am besten organisiert. Wenn man nicht schon online eingecheckt hat, geht das an fast allen Schaltern innerhalb von ein paar Minuten, und auch die Schlange vor der Personenkontrolle hat mich maximal zehn Minuten gekostet. Auch wenn man dort ankommt, geht die Ausweiskontrolle nach dem Aussteigen sehr schnell. Wer sich kein Ticket für den Heathrow-Express für viel Geld leisten möchte, steigt dort einfach in die Tube, welche über die Picadilly-Line direkt die Innenstadt anfährt; das kostet je nach Tageszeit maximal £5.
Luton ist ein schnuckeliger, sehr kleiner Flughafen - wahrscheinlich geht dort alles aufgrund des nicht vorhandenen Ansturms von Leuten sehr zügig. Der Nachteil ist allerdings, dass Luton ziemlich weit draußen liegt. Die Anbindung führt zwar direkt nach King's Cross / St. Pancras, aber der Trick an der Sache ist, dass man an der Haltestelle "Luton Airport Parkway" aus dem Zug aussteigen muss. Dort läuft man dann ewig durch den Bahnhof, bis man dann irgendwann vor dem Ausgang einen kleinen Shuttlebus findet, welcher einen dann zum Flughafengebäude bringt. Erfahrungsgemäß geht der Hinweg (also aus der Londoner Innenstadt zum Flughafen hin) recht zügig, aber abhängig von der Tageszeit kann der Rückweg auch schon mal knapp zwei Stunden dauern. Dafür kostet allerdings der einfache Transfer nur knapp £15.
Und Stansted... ja, Stansted ist so eine Sache für sich. Auch dorthin fährt von der Liverpool Street Station sehr zentral eine direkte Zugverbindung hin und zurück. Dort zahlt man allerdings schon gut £30 für eine einfache Fahrt, wenn man nicht gerade Wochen im Voraus online ein Ticket kauft. Bustickets gibt es auch deutlich billiger, allerdings wird ein Bus im Londoner Verkehr zu fast jeder Tageszeit mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit stecken bleiben. Ich bin leider schon diverse Male in Stansted angekommen, und ich habe in der Ausweiskontrolle nach dem Aussteigen noch nie weniger als eine Stunde in der Schlange gestanden (es gibt zwar zwanzig Schalter für Kontrollen, jedoch sind davon grundsätzlich maximal zwei besetzt). Der Abflug von Stansted aus ist nicht viel besser. Gibt es Probleme oder hat der Flug Verspätung, wird grundsätzlich über nichts informiert. Wenn man es geschafft hat, sein Gepäck aufzugeben, sollte man sofort durch die Personenkontrolle - sonst verpasst man seinen Flug, weil die Sicherheitskräfte zu lange brauchen. Auch, wenn man wie empfohlen zwei Stunden vor Abflug da ist.

Das sind bisher die einzigen Flughäfen, mit denen ich Erfahrungen machen durfte. Ich habe allerdings gehört, dass z.B. Gatwick sehr angenehm sein soll - auch direkt an die Innenstadt angebunden, ein Ticket für £10 zu haben, und alle Kontrollen laufen zügig ab.
Klar hängt es auch maßgeblich von eurem Abflugsort ab, an welchem Flughafen ihr ankommt (z.B. wird von Dortmund aus Heathrow so gut wie gar nicht angeflogen) - aber wenn ihr die Wahl habt, wisst ihr jetzt schon mal, worauf ihr vielleicht achten solltet ;)

Sonntag, 9. August 2015

Nachtrag zum Geld^^

So, hier noch ein kurzer Nachtrag zum Thema Geld / Finanzierung des Aufenthaltes:

Auslands-Bafög kann man jederzeit beantragen. Dafür gibt es, in diesem Sinne, keine Frist. Förderung kann natürlich nur ab dem Monat gewährt werden, ab dem euer Antrag tatsächlich beim Amt eingegangen ist, aber ihr müsst damit nicht bis zum zweiten Jahr warten, nur wenn ihr es vielleicht bis September nicht schafft, alles fertig zu stellen.

Darüber hinaus gibt es natürlich noch diverse andere Möglichkeiten, den Aufenthalt zu finanzieren; zumeist sind das Stipendien. Sehr bekannt ist zum Beispiel die Studienstiftung des deutschen Volkes. Mehr Details findet ihr unter diesem Link hier:
https://www.studienstiftung.de/
Kurz zusammengefasst gibt es zwei Möglichkeiten der Bewerbung um eine Aufnahme in die Studienstiftung. Ihr könnt euch noch bis zum Januar 2016 selbst bewerben, dann müsst ihr einen Auswahltest absolvieren. Die Testbesten werden dann zu einem Auswahlseminar eingeladen.
Wenn ihr euer Abitur in diesem Jahr gemacht habt, könnt ihr euch aber auch noch an euren ehemaligen Schulleiter / eure Schulleiterin wenden, und ihn / sie bitten, euch für eine Aufnahme vorzuschlagen. Damit "spart" ihr euch den Auswahltest und werdet direkt zum Seminar eingeladen.
Dieses Seminar wird dann 2016 stattfinden. Ihr müsst dort einen Vortrag über ein frei wählbares Thema halten (welches natürlich schon einen Bezug zum aktuellen Zeitgeschehen haben / gesellschaftlich relevant sein sollte) und im Anschluss eine Diskussion über dieses Thema moderieren; außerdem führt ihr zwei Einzelgespräche mit Jurymitgliedern. Solltet ihr dann tatsächlich zu den wenigen Glücklichen gehören, die aufgenommen werden, sollte eure finanzielle Zukunft im Studium so gut wie gesichert sein ;)


Sobald ihr dann in Köln studiert, ist vielleicht auch das Deutschlandstipendium interessant. Gefördert werden mit diesen Mitteln Studierende an deutschen Hochschulen, und die Bewerbung ist wesentlich einfacher als z.B. für die Studienstiftung. Ich gebe euch hier schon mal den Link, auch wenn das vermutlich noch viel Zeit hat: http://www.deutschlandstipendium.de/

Ansonsten hier noch eine Website, die immer über sehr interessante Möglichkeiten informiert: Beim "Stipendienlotsen" könnt ihr alle möglichen Angaben über euch, euren angestrebten Abschluss und euer Studienfach machen, und im Prinzip wirft euch die Datenbank dann eine Liste mit möglichen Stipendien aus, über die ihr euch genauer informieren könnt. Hier der Link: https://www.stipendienlotse.de/

So, das ist aber nun wirklich alles, was ich zum Thema Finanzierung zu sagen habe^^

Sonntag, 19. Juli 2015

Das liebe Geld

Heute hab ich selbst mit meinem Bafög-Folgeantrag gekämpft. Man sollte ja meinen, der sei zumindest ein bisschen einfacher auszufüllen als beim ersten Mal. Denkste.

Auf jeden Fall kann ich euch sagen, dass ich mit dem Stipendium des DAAD und dem Auslands-Bafög letztes Jahr in London gut leben konnte. Gerade, weil man das Wohnheim immer im Voraus bezahlen musste, lebt es sich mit diesem monatlichen Einkommen recht komfortabel.

Das Auslands-Bafög, wie ihr vielleicht schon selbst herausgefunden habt, muss man beim Amt für Ausbildungsförderung in Hannover beantragen; das ist für alle Studenten zuständig, die nach Großbritannien und Irland gehen. Ich gebe euch hier mal den Link: http://www.hannover.de/Leben-in-der-Region-Hannover/Bildung/Schulen/Ausbildungs-und-Auslandsf%C3%B6rderung/BAf%C3%B6G-f%C3%BCr-Ausbildung-in-Gro%C3%9Fbritannien-Irland

Dort müsst ihr anklicken, dass ihr euer komplettes Studium in Großbritannien oder Irland absolvieren wollt. Irgendwo auf Formular 6 kann man dann auch angeben, dass man den Ausbildungsgang an einer inländischen Hochschule abschließen will. Da muss man sich wirklich einfach durchwühlen, aber auf jeden Fall seid ihr für die gesamte Dauer des Auslandsaufenthaltes Bafög-berechtigt. Für eure zwei Jahre in Köln könnt ihr auch Bafög beantragen, aber das muss beim Kölner Studentenwerk direkt gemacht werden.

Am besten ist es wohl, sich direkt damit abzufinden, dass man immer Unterlagen vergessen wird. Wirklich immer. Egal, wie gewissenhaft ihr alles zusammensucht, sie werden immer noch irgendein Dokument oder einen Nachweis nachfordern. Also nicht aufgeben ;) Und nicht vergessen, nach einem Jahr einen neuen Antrag fürs zweite Jahr zu stellen!

Sobald die Einkommensquellen gesichert waren, hab ich auf jeden Fall schon ein ruhigeres Gefühl gehabt. Für die ersten paar Tage in London habe ich dann ein bisschen Bargeld mitgenommen, um mir keinen Stress machen zu müssen. In England dauert es nämlich ein bisschen, ein Bankkonto zu eröffnen. Gerade im September / Oktober, wenn die ganzen neuen Studenten kommen, muss man z.B. bei Barclays etwa sieben Wochen auf einen Termin warten. Bei anderen Banken geht das wohl ein bisschen schneller, allerdings wollen die meisten einen "proof of address". Was genau das sein soll, wissen die selbst nicht so genau. Ich musste einen Brief des Camden City Council vorlegen, der mir bestätigt, dass ich ins Wahlregister eingetragen bin. Bei manchen Banken reicht auch das Dokument, was euch von der UCL bei der persönlichen Einschreibung ausgehändigt wird (aber Vorsicht - dieses Dokument könnt ihr selbst aus dem UCL-online-System runterladen und ausdrucken, wenn ihr mehrere solcher Bestätigungen braucht - und dieser Ausdruck reicht offenbar nicht, um ein Konto zu eröffnen, obwohl es ganz genau das gleiche Dokument ist - es muss das Original sein). Ihr seht, das ist schon etwas komplizierter.

Bis man es also geschafft hat, ein Konto zu eröffnen, ist eine Kreditkarte Gold wert. Man muss Bücher bestellen, man kauft die Mitgliedschaft in Clubs und Societies online und generell scheint man in London sehr viel mit Karte zu zahlen. Fürs Abheben von Bargeld zahlt man allerdings meistens eine Extragebühr, also ist das auf Dauer natürlich auch keine Lösung.

Wenn ihr es tatsächlich geschafft habt, eine Konto zu eröffnen, ist das nächste Problem natürlich der Geldtransfer - irgendwie muss ja auch Geld aus Deutschland zu euch kommen. In den meisten Banken wird man euch wahrscheinlich ganz begeistern vom SEPA-Verfahren erzählen: Das ist auch in der Tat sehr einfach, man braucht nur BIC und IBAN und kann ganz einfach eine Summe in Euro nach England schicken, die dann auf dem englischen Konto in Pfund ankommt. Dass der Wechselkurs, der beim SEPA-Verfahren angewendet wird, praktisch frei erfunden ist, wurde mir allerdings nicht gesagt. Angewendet wurde also bei meiner ersten Überweisung nicht der "offizielle" Kurs, der von der Frankfurter Börse herausgegeben wird, sondern ein viel schlechterer - mir sind mehrere hundert Euro verloren gegangen. Nach welchem System, und vor allem von wem, meine Euro-Summe in Pfund umgerechnet wurde, konnte mir dann weder die inländische noch die englische Bank im Endeffekt erklären. Eine SEPA-Überweisung erzeugt also keine "Gebühren" in diesem Sinne, aber der Wechselkurs scheint völlig unberechenbar zu sein - was im Endeffekt also aufs Gleiche herauskommt. Für eine "Auslandsüberweisung" - wenn ihr also von eurem deutschen Konto eine Summe in Pfund überweist - nehmen die meisten Banken Gebühren. Bei der Sparkasse sind das jedes Mal etwa 35€, bei der Hypovereinsbank etwa 28€. Das stecken sich die Banken also in die eigene Tasche - dafür wird aber der tagesaktuelle offizielle Kurs angewendet. Mir persönlich war die letztere Variante lieber; da wusste ich wenigstens, welcher Wechselkurs mich erwartet, und erlebe keine bösen Überraschungen.

So... zum Thema Geld kann ich ansonsten nur noch einen Tipp geben: Wenn man ein Konto bei der Deutschen Bank hat, kann man mit der EC-Karte in allen Filialen der Barclays-Bank gebührenfrei Bargeld abheben; auch da wird der "offizielle" Kurs angewendet, den man ja vorher googlen kann - somit auch berechenbar. Einen günstigeren Weg, in London an Bargeld zu kommen, hab ich bis jetzt noch nicht gefunden.

Dienstag, 5. Mai 2015

Wohnen in London

Okay, ich fange mal mit dem Thema an, worüber ich persönlich mir am meisten Gedanken gemacht habe.

Zunächst einmal: Keine Panik, denn wenn ihr einen Platz im Programm angeboten bekommt, ist damit gleichzeitig ein Zimmer in einem Studentenwohnheim für euch "reserviert" worden. Frau Noack wird für euch Kontakt mit London herstellen, und irgendwann wird euch ein Link zu einer Internetseite zugeschickt, über die ihr euch dann noch für ein Zimmer "bewerben" müsst (da steht immer, dass die Deadline dafür der 1. Mai ist; das könnt ihr einfach ignorieren). Da gibt es eine ganze Liste von Wohnheimen. Manche sind nur von der UCL, in anderen sind Studenten aller Londoner Unis untergebracht, bei manchen bekommt ihr noch Frühstück und Abendbrot, ihr könnt euch entscheiden, ob ihr ein eigenes kleines Bad im Zimmer möchtet... Da gebt ihr dann an, wie viel Miete ihr maximal bezahlen könnt (in London wird das immer pro Woche angeben), und eine Wunschliste, in welches Wohnheim ihr am liebsten möchtet. Dass das immer so klappt, ist natürlich nicht garantiert, aber ein Zimmer werdet ihr auf jeden Fall kriegen. Irgendwann wird man euch dann benachrichtigen, dass euch ein Zimmer zugeteilt wurde. Wenn ihr das dann annehmen wollt, müsst ihr das so genannte "licence agreement" (eine Art Mietvertrag) bestätigen und eine Kaution überweisen (das sind meistens £500). Und gesichert ist das Zimmer fürs erste Jahr :-) Miete gezahlt wird in drei Raten, eine für jeden Term; oder auch alles auf einen Schlag, wie ihr das möchtet.

Ich bin in der Connaught Hall gelandet; und mir gefällt es hier ganz gut - vor allem, weil ich zu Fuß immer maximal fünf Minuten zu Vorlesungen brauche :-D Die meisten Wohnheime befinden sich in unmittelbarer Nähe zum Campus, aber auch die, die etwas weiter entfernt sind (in Camden) sind gut angebunden. Und wenn man gut zu Fuß ist, kann man auch von dort aus laufen. Fürs erste Jahr ist das wirklich die perfekte Lösung.

Leider bekommt man so ein Wohnheimzimmer immer nur für ein Jahr. Für mich wird es also langsam Zeit, mir Gedanken zu machen, wo ich nächstes Jahr unterkomme. Offenbar wird das in London alles per Handschlag geregelt - man kommt einfach her, mietet sich für eine Woche ein Hotelzimmer, und hat innerhalb von ein paar Tagen was gefunden. Das widerspricht meiner deutschen Natur auch total, ich würde gerne wissen, wo ich wohnen werde, bevor ich nach dem Sommer wieder herkomme, aber gut - das ist wohl ein kulturelles Abenteuer ;)

Freitag, 1. Mai 2015

Über Mich

Ich dachte, ich fange mal damit an, ein bisschen was über mich zu erzählen. Ich bin Nicky, 19 Jahre alt und gerade am Ende meines zweiten Terms des ersten Jahres hier (also nur noch Lernen, und im Mai dann Prüfungen, yay!).

Ursprünglich komme ich aus dem schönen Münster in Westfalen. Dort habe ich auch 2013 mein Abi gemacht, mit Englisch und Geschichte als Leistungskursen. Nun stand also die wohl wichtigste Entscheidung überhaupt an: Wohin mit deinem Leben? Ich hab schon immer gerne Sprachen gelernt, also hab ich bis Mitte Juli Bewerbungen an Unis überall in Deutschland geschickt, immer für eine Kombination aus Spanisch und Kommunikationswissenschaft. Die Wartezeit habe ich dann mir Freiwilligenarbeit in Shanghai verbracht - ich sage euch, es gibt nichts Niedlicheres auf der Welt als kleine chinesische Kinder, die völlig begeistert auf euch zuhüpfen, ihre Hände auf eure Nase drücken und "nooooose" quietschen; ganz glücklich, dass sie ein neues englisches Wort gelernt haben :D

Ende September stand dann der Umzug an - ich hatte mehrere Zusagen erhalten und mich schließlich für die FH Köln entschieden; ich wollte dort Mehrsprachige Kommunikation studieren, eine Mischung aus Sprachunterricht, Linguistik, Geschichte, Kommunikationswissenschaft... Das wäre auch super gewesen, aber ich habe mich mit diesem Fach nie wirklich wohl gefühlt, dabei hätte ich euch nicht einmal sagen können warum genau. Aber als ich dann im zweiten Semester dort einen Kurs "Einführung BGB" belegte, war ich sofort begeistert - Rechtswissenschaft war superspannend, und gar nicht trocken, wie so oft behauptet wird. Es folgte ein Praktikum beim Rechtsanwalt... eine Leidenschaft war geboren. Aber Sprachen mussten auch unbedingt sein. Und Reisen wollte ich. Aber in Köln war es doch auch so schön...

Ihr seht, eigentlich bin ich zufällig zu diesem Studiengang gekommen. Ich habe Google mit "jura sprachen" gefüttert, und nach langem Scrollen bin ich auf dieses Programm gestoßen. Das las sich spannend, also hab ich spontan eine Bewerbung erstellt, und ein paar Wochen später war ich zum Auswahltest eingeladen. Das Beste kommt aber noch: Die Email, die mir den Termin meines Auswahlgespräches mitteilte, kam bei mir nie an - irgendwann im Juni habe ich also auf einmal einen Anruf von Prof. Dr. Weigend erhalten, der sich wunderte, wo ich denn sei! Zum Glück durfte ich am nächsten Tag kommen und mich vorstellen, und knapp zwei Stunden später kam die Zusage. Zu diesem Zeitpunkt sagte mein Bauchgefühl schon, dass ich den Platz annehmen sollte - schließlich hatte man sich extra die Mühe gemacht, sich zu erkundigen, warum ich nicht zum ersten Termin erschienen war - jemand anders hätte die Bewerbung wahrscheinlich einfach geschreddert und mich abgelehnt.

Prof. Dr. Weigend und Frau Noack haben sich wirklich herzlich um uns gekümmert. Hier ist es niemandem egal, wo man bleibt, und gerade Frau Noack hat sich sehr viel Zeit genommen für all die formalen Fragen, die ich hatte; ich durfte sie im Büro besuchen und sie hat mir ganz genau erklärt, wie sich das Studium zusammensetzt und wie das mit der doppelten Einschreibung in Köln funktioniert, was ich vom UCL zu erwarten hatte - und vor allem habe ich auch alles über das DAAD-Stipendium erfahren, ohne das ich diesen Aufenthalt nicht finanzieren könnte. Ich kann auch nicht zählen, wie oft ich sie danach noch angerufen oder Emails geschrieben habe. An diesem Lehrstuhl seid ihr wirklich bestens aufgehoben; man wird sich immer bemühen, euch all die Hilfestellung zu geben, die ihr braucht. Das sind wirklich tolle Leute!

Mittwoch, 25. März 2015

Hallo ihr Lieben!
Wenn ihr auf meinem Blog gelandet seid, nehme ich an, dass ihr euch für den Studiengang deutsch-englische Rechtswissenschaft interessiert. Gute Wahl! Nach London zu kommen, war das Beste, was mir hätte passieren können - ich liebe es hier. Und trotzdem hätte ich mir in den Wochen vor der Abreise manchmal jemanden gewünscht, der mich auf die ganzen kleinen Alltagsprobleme vorbereitet oder einfach meine Fragen beantwortet. Wo werde ich wohnen, wie komme ich von A nach B, wie viel Geld werde ich im Monat brauchen, oder auch ganz simpel: Wenn ein Wohnheimzimmer als möbliert angepriesen wird - steht dann da ein Bett, und Kissen und Decke muss ich selber mitbringen?! :D
Und weil ich einen lebensnahen Bericht aus der Millionenmetropole an manchen Stellen sehr gut hätte gebrauchen können, möchte ich euch ein bisschen was über mein Leben hier erzählen, um euch den Start so leicht wie möglich zu machen. Solltet ihr noch unentschlossen sein, ob ihr euch bewerben wollt, versucht es auf jeden Fall! Und wenn ihr die Zusage erst einmal habt, vergeht der Sommer viel schneller, als ihr denkt. Ich werde hier versuchen, euch alles zu erzählen, was nützlich sein könnte, wenn man zum Studieren in eine fremde Stadt kommt. Wenn ihr irgendwelche Fragen habt, lasst mir hier einen Kommentar da; oder wendet euch an Frau Noack vom Lehrstuhl, sie wird euch gerne meine private Mailadresse geben!

Viele Grüße,
Nicky